Thomas Manns Villino in Feldafing


Das Villino um 1920
Foto: TMFM.

In Feldafing am Starnberger See konnte Thomas Mann das von ihm „Villino“ genannte Sommerhaus seines Freundes Georg Martin Richter in der für ihn persönlich besonders wichtigen Phase der Neuorientierung zwischen 1919 und 1923 bei zahlreichen Aufenthalten nutzen.













Die Neuaufnahme der durch den Krieg unterbrochenen Arbeit am Roman „Der Zauberberg“ (1924) ist mit diesem Haus in Verbindung zu bringen, wo das Fünfte Kapitel und damit der erste der beiden Bände des Romans im Mai 1921 beendet wurde. Die Begegnung mit einem Grammophon bildete die Anregung für den Musikabschnitt „Fülle des Wohllauts“ im Siebten und letzten Kapitel.


Oliver Sacks (r.) und Dirk Heißerer
vor dem Grammophon im Villino, 2003.
Foto: Privat.


Elisabeth Mann Borgese im Villino,
Oktober 2000.
Foto: D.H.

Im August 1994 gelang Dirk Heißerer bei den Recherchen zu seinem Buch „Wellen, Wind und Dorfbanditen. Literarische Erkundungen am Starnberger See“ (Diederichs 1995, Neuausgabe 2010) die Wiederentdeckung des „Villino“ auf dem Gelände der damaligen Fernmeldeschule des Heeres (heute Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr). In Zusammenarbeit mit dem TMFM wurde hier 1999 eine Dauerausstellung zur Orts-, Zeit- und Literaturgeschichte eingerichtet; das Villino wurde dadurch zum ersten und einzigen Literarischen Museum auf Militärgelände weltweit. Die erste Schirmherrin des Vereins, Elisabeth Mann Borgese, hat es im Oktober 2000 besucht.












Sommerfest vor dem Villino.
Foto: Privat.

Eine Besichtigung ist zu festgelegten Terminen über die Teilnahme an einem literarischen Spaziergang möglich. Link.
Viele Jahre lang hat das Sommerfest des TMFM hier stattgefunden.

Studenten der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg haben einen Folder entwickelt, der die Geschichte des Villino und seine Bedeutung als erstes (und derzeit noch einziges) Museum für Thomas Mann in Bayern gut darstellt. Faltblatt