Ziele
München erinnert sich! Die dauerhafte Erinnerung an den Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann (1875-1955) und den mehr als vierzigjährigen Aufenthalt seiner Familie in München (1892-1933) hielt sich hier trotz verdienstvoller Tagungen und Ausstellungen über Jahrzehnte sehr in Grenzen. Ein würdiger Treffpunkt für Thomas Mann fehlt aber - anders als in Lübeck oder Zürich - in München bis heute. Um dem allmählich abzuhelfen wurde 1999 der gemeinnützige Thomas-Mann-Förderkreis München e. V. gegründet.
Hauptziel des Vereins ist und bleibt ein Haus für Thomas Mann in München. Verstärkte Präsenz wurde in 12 Jahren durch mittlerweile sechs Gedenktafeln und eine lebhafte Erinnerungsarbeit mit bald 200 Vorträgen, Lesungen, Musik- und Filmabenden geleistet. Dabei entstand aus der Not, kein Thomas-Mann-Haus in München zu haben, gewissermaßen eine Tugend. Das gewünschte Haus wird einstweilen ‚virtuell‘ aus Räumen verschiedener Institutionen in München zusammengesetzt, allen voran der Ludwig-Maximilians-Universität, wo 2002 eine Thomas-Mann-Halle eingerichtet wurde und seit 2003 eine Vortragsreihe zu „Thomas Mann in München“ (mit dazu gehörender Schriftenreihe) stattfindet.
Weitere Räume fanden wir zu gemeinsamen Veranstaltungen in der Stadtbibliothek München Monacensia (Literaturarchiv und Bibliothek), wo sich mit den Nachlässen von Erika, Klaus, Elisabeth, Monika und Michael Mann eine vielbesuchte Forschungsstätte zur Familie Mann befindet, im Literaturhaus, in der Hochschule für Musik und Theater, im Völkerkundemuseum und im Amerikahaus. Ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zu einem Thomas-Mann-Haus in München war die Ankündigung des Münchener Oberbürgermeister Christian Ude im Juni 2009 nach einer von unserem Schirmherrn Frido Mann angeregten Podiumsdiskussion im Münchener Literaturhaus, dass nach einem großen Umbau der Monacensia im Hildebrandhaus dort ab 2014 eine Dauerausstellung unter dem Titel „Thomas Manns München“ präsentiert werden soll.
Parallel dazu ‚baut‘ der Förderkreis seit 2010 ein virtuelles Thomas-Mann-Haus zusammen mit der Universität der Bundeswehr München, Institut für Theoretische Informatik, Mathematik und Operations Research COMTESSA (Prof. Dr. Stefan Pickl) auf. Ziel ist es, das Haus Thomas Manns und der Seinen im Herzogpark in der Erscheinungsform der Zeit um 1930 anschaulich und für einen virtuellen Museumsbesuch von jedem Internetzugang aus weltweit möglich zu machen.
Ein echtes Thomas-Mann-Haus in Bayern kann der Förderkreis bereits seit 1999 präsentieren. Schon im Gründungsjahr richtete der Förderkreis eine Dauerausstellung in Thomas Manns ehemaligem Sommerhaus, seinem „Villino“ in Feldafing am Starnberger See, ein. Auf dem heutigen Gelände der Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr (bis 2006 Fernmeldeschule des Heeres) entstand in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen eine Gedenkstätte, die zu festgelegten Terminen besucht werden kann.
Eine besonders gute Zusammenarbeit pflegt der Förderkreis in München mit der Hochschule für Musik und Theater, deren Kanzler Dr. Alexander Krause dem Vorstand des Vereins angehört. Gute Verbindungen pflegt der Förderkreis auch zur Bayerischen Akademie der Schönen Künste, die neuerdings zusammen mit der Stadt Lübeck den „Thomas-Mann-Preis“ verleiht.
Über München hinaus bestehen weiter Beziehungen zur Universität Augsburg und der dortigen Sammlung Jonas, zur Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft, Sitz Lübeck und dem Heinrich- und Thomas-Mann-Zentrum im Buddenbrookhaus Lübeck, zu den neuen Thomas-Mann-Gesellschaften in Bonn und Düsseldorf wie zur Schweizerischen Thomas-Mann-Gesellschaft sowie dem Thomas-Mann-Archiv in Zürich.
Durch die Aufnahme des Förderkreises in die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e. V. im September 2011 ist auch eine verstärkte oder neue Zusammenarbeit etwa mit der Oskar Maria Graf-Gesellschaft (München) und der Heinrich-Mann-Gesellschaft (Marbach a N.) bzw. dem Heinrich-Mann-Archiv (Berlin) möglich.
Nachdem auf der Weltkarte des Geistes die Orte Thomas Manns immer mehr Profil gewinnen - vom brasilianischen Paraty (mit der von unserem Schirmherrn Frido Mann angeregten Initiative der Casa Mann) bis zum litauischen Nidden (mit dem letzten Sommerhaus der Familie), von den Exilorten Sanary-sur-Mer in Südfrankreich bis Princeton und Pacific Palisades an der amerikanischen Ost- bzw. Westküste können wir heute weiterhin sagen: München ist bereit, München erinnert sich. Und alle Interessierten, ob privat oder institutionell, sind eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen.
Werden Sie Mitglied im Thomas-Mann-Förderkreis München!

